Es gibt zwei Seiten der Liebe, die glückliche, die schöne Seite der Liebe, die Zeit in der man alle Sorgen vergisst, in der man sich geborgen und verstanden fühlt, die Zeit in der man für immer Sonntags morgen haben will, mit seinem Partner im Bett liegen und kuscheln unbeschwert von allen sorgen und Problemen. Aber es gibt auch die Schattenseite der Liebe, die zeit, die du nie vergessen wirst, die zeit die Narben in dein Herz macht, die Zeit, die dein Herz weinen lässt, auch wenn vielleicht ein lächeln auf deinen Lippen ist, es gibt diesen Schmerz, den man empfindet, wenn man hoffnungslos liebt. Diesen Schmerz, der deine ganze Umwelt betäubt und dich vergessen lässt, wofür es sich lohnt zu leben.
Die Tränen auf seinen Wangen waren bereits getrocknet,vor ihm lag das silberne und glänzende Jagdmesser seines Vaters, neben dem Jagdmesser das Bild und der Zeitungausschnitt seines Mädchens, sein Herzschlag war so laut, das du ihn wahrscheinlich gehört hättest wenn du neben ihm stündest, er starrte hinaus, man hatte einen so schönen Ausblick aus seinem Zimmerfenster, die Tür war verschlossen. seit Stunden versuchte seine Mutter in sein Zimmer zu gelangen, doch ihre Rufe verstummten langsam mit der Zeit, draußen sah man eine wunderschöne Schneelandschaft, Eisblumen,ein paar verirrte Schneeflocken, die Bäume von denen ein paar Eiszapfen hingen lagen so regungslos und schön da. Man könnte fast meinen, wenn man sich eine Weile neben ihn setzte und gemeinsam mit ihm in die ferne blickte, seinen lauten Herzschlag hörte, das für ihn alles in Ordnung wäre. Aber lässt man den Blick eine Sekunde zu seinem Gesicht schweifen, so erkennt man, das der Mensch der er einmal war nicht mehr der selbe ist. Seine Augen, sahen so traurig und glasig aus, das du, wenn du es nicht besser wüsstest, denkst, das du bis auf sein gebrochenes Herz sehen kannst. Während ich ihn betrachtete, fiel mir besonders seine Ruhe auf, er regte sich nicht, als sei er fest entschlossen, starrte nur in die Ferne, als warte er, auf ein Zeichen, oder sonst etwas.
Ich saß neben ihm, wusste nicht was ich sagen sollte, eigentlich konnte ich nicht ertragen, das er es tun wollte. Aber was könnte ich schon ausrichten, ich redete mit ihm, sagte es sei nicht seine Schuld, sagte ihm, das er ein anderes Mädchen finden würde, er würde vergessen, irgendwann mit Sicherheit. Natürlich wusste ich das das kompletter Schwachsinn war. Egal was du tust, wenn du liebst, gibt es kein vergessen, es gibt da nur verdrängen. Ich flehte ihn sogar an weiter zu machen, aber er konnte mich ja eh nicht hören. Also saß ich nun da, starrte mit ihm in die Ferne, und wartete. auf irgendwas, so wie er es auch tat. Es vergingen viel Zeit, vielleicht 2 Stunden oder 3, bis er sich regte. er nahm den Zeitungsartikel in die Hand, so als wolle er noch mal überprüfen, ob sich in der Zeit die er da saß etwas verändert hatte.Als er bemerkte, das immer noch dasselbe darin stand, faltete er den Zeitungsartikel zusammen, und tat ihn in seine Hosentasche. Er nahm das Jagdmesser, drehte es ein bisschen im Licht, so das hin und wieder die klinge aufblitzte reflektiert vom Licht.
Ich betrachtete ihn, so wie er da saß, so wie er überlegte wie er es am besten tut, und mit dem Messer spielte, wurde mir schwer ums Herz, und die erste träne lief über meine Wange.
Ich fing wieder an, ihm zu sagen, das er das Leben nicht wegwerfen konnte, ich sagte ihm er solle an seine Familie und Freunde denken, an mich, an sich, wie schön es doch eigentlich war. er konnte mich nicht hören das wusste ich, er konnte mich nicht spüren, das wusste ich auch. eigentlich aber konnte ich auch nicht da sitzen, deshalb hoffte ich auf die Möglichkeit das er mich trotzdem irgendwie hören könnte.
Ich weinte in meine Hände, es wurde still, ich blickte auf,und erschrak, er hatte die Klinge an seinem Handgelenk angesetzt, und sah mir fest in die Augen. Wilde Entschlossenheit und ein bisschen Wahn waren darin zu erkennen. es war unmöglich, aber es muss so gewesen sein er sah mich, denn er sagte," Habe keine Angst mein Liebling, gleich bin ich bei dir, ich liebe dich." mit einem lächeln auf seinen Lippen zog er das Messer durch, und durchtrennte seine Adern, sein Mund öffnete sich nochmal ein wenig, als wolle er was sagen, und dann verdrehte er die Augen.